Zwischen Feuer und leuchtenden Kinderaugen

 

Eigentlich brennt es immer irgendwo. „Meine Arbeit hier ist eben weit mehr als Feuer löschen, man hat immer etwas zu tun,“ schildert Andreas Meyer, seit vier Jahren Wehrführer der Retter in Hamburg Groß-Borstel. Selbst wenn es die ausgiebig Feier anlässlich seines 50. Geburtstages in den großzügigen Räumen nahe des Flughafen-Fuhlsbüttel ist, die er jüngst mit 60 Freunden zwischen Schläuchen und Einsatzfahrzeugen organisiert hatte: Ohne die Feuerwehr – ob nun berufsmäßig oder freiwillig, läuft gar nichts. Und das schon seit rund 30 Jahren.

 

Meyer, der als Hauptberuf in der Hamburger Wehr in der Organisation und Materialbeschaffung tätig ist, liegen seine freiwilligen Helfer in Groß Borstel besonders am Herzen. Wer Maggi, seinen zweijährigen Cocker bellen hört und wer dem verheirateten Feuerwehr-Chef in die Augen schaut, der weiß: Er redet nicht von einem Job, von einem „Papierkorb löschen um drei Uhr in der Nacht“, wie er das ungewöhnliche Engagement eines freiwilligen Feuerwehrmannes selbst schildert. Er beschreibt eine Aufgabe im Dienste des Menschen – fernab von Flammen oder Zündeleien. So sind die 40 Einsätze, die die Wehr in Groß Borstel, im Jahr zu absolvieren hat, für ihn auch nur ein kleiner Teil eines Feuerwehr-Lebens, so richtig fängt er an zu strahlen bei der Aufzählung der Aktivitäten auf Straßenfesten oder bei anderen feierlichen Anlässen. Ob beim Ortsteilfest in Groß Borstel, ob beim Laternenumzug der Kirchengemeinde St. Peter, ob beim Fest an der Anscharhöhe mit behinderten Mitbürgern: Der soziale Gemeinsinn steuert Meyers Handeln und das seiner rund 22 Mann starken Feuerwehr.

Nicht nur die beiden gewaltigen Einsatzfahrzeuge dürfen dann von Kindern oder anderen Interessierten erkundet werden, auch der Grillstand duftet oder eine große Rutsche wartet auf die Jüngsten. „Es ist das Leuchten in den Kinderaugen, die Warte-Schlange von strahlenden Kindern, die mir schon immer Freude bereitet hat“, schildert der 50-Jährige seine ehrenamtliche Berufung. Dabei zieht er alle mit – von den Aktiven (18 bis 56 Jahre) bis zu seiner Mini-Feuerwehr (ab fünf Jahren). „Gerade die Kleinsten kriegen gleich mit, was sinnvolle Beschäftigung bedeutet“, beschreibt Meyer die Atmosphäre. Immerhin 15 Mini-Helfer sind im schmucken Wehr-Haus am Groß Borsteler Geschwister-Beschütz-Bogen 20 schon registriert.

Notenschlüssel für einen guten Zweck

 

Dabei ist nicht alles Gold, was glänzt. Mit dem Ende des Bundeswehrdienstpflicht habe auch das Engagement in den Ersatzdiensten gelitten, ein Personalmangel ist nicht zu leugnen, sagt der Feuerwehrchef mit einem Achselzucken. Auch der alte Kleinbus, der seine Leute zu den „guten Taten“ bringe, habe eigentlich ausgedient. Immerhin gibt es hier schon Bestrebungen – unter anderem durch den Notenschlüssel-Verkauf, (erhältlich im Borsteler Backshop) der Rockenden Senioren zum Guten Zweck in Groß Borstel – Abhilfe zu schaffen.

Er sei dankbar für jede Hilfe. Das darf er auch, schließlich helfen auch er und seine Leute regelmäßig dem Gemeinwesen.

So sind dann im kommenden Jahr auch gemeinsame Aktionen der Wehr in Groß Borstel mit Rockenden Senioren und Zugvögeln geplant. Anfang kommenden Jahres werden sich die Verantwortlichen mit Meyer zusammen setzen und konkrete Pläne ausarbeiten. Dann dürfen sich alle freuen: Senioren, Wanderer, Musiker, Kinder, Feuerwehrleute und Tiere – denn Cockerspaniel Maggi ist dann sicher auch wieder dabei.

  • Auskünfte zu Aktivitäten und zur Mitarbeit in der Borsteler Wehr erteilt Andreas Meyer unter der Telefonnummer 040/50053230. Kontakt ist auch unter E-Mail wehrfuehrer(at)ff-gross-borstel möglich.